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Sehr geehrte Damen und Herren, 

„Never let a good crisis go to waste“ sagte Winston Churchill kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges. Das Zitat wird auch in der gegenwärtigen Energiepreiskrise gerne angeführt, da es Hoffnung auf Sinnstiftendes in dunklen Zeiten weckt: Russland-Ukraine-Krieg und Gaspreiskrise als Booster für einen schnelleren Hochlauf von Erneuerbaren und Wasserstoffwirtschaft. Geradezu euphorisch wurde das Thema „grüner Wasserstoff“ in Australien aufgegriffen, wo Goldgräberstimmung herrscht und sich die Regionalregierungen schon vor der Wahl mit Pilotprojekten und Visionen überboten haben. Auf einer Delegationsreise mit der Bundesforschungsministerin wurden mir nun neben den Exportchancen und ersten Memorandums of Understandings (MoUs)  auch mögliche Anwendungen, vom Wasserstoffgrill bis zum riesigen wasserstoffgetriebenen Bergbaulaster, gezeigt. Das neu gegründete australische Weltenergieratskomite will die Entwicklungen eng begleiten.

Dass im Chinesischen das Wort „Krise“ zugleich auch das Schriftzeichen für „Chance“ umfasst, hat uns Mut gemacht, in schwierigen Zeiten das Team des Weltenergierates neu aufzustellen und zu verbreitern: Wir freuen uns über die neuen Kollegen, Dr. Roman Buss, Patrick Schölermann und Paul Bachmann, die das Team weiter verstärken. Herzlich willkommen!

Zum Start nach dem Pfingstgeheimnis in die Woche und zum Schmunzeln zuletzt noch mein Lieblingszitat von Churchill: „Das schönste aller Geheimnisse ist, ein Genie zu sein und es als einziger zu wissen.“

Herzliche Grüße

Ihr Carsten Rolle
Geschäftsführer, Weltenergierat - Deutschland


In dieser Ausgabe
Neues aus der Geschäftsstelle
Wir freuen uns sehr, Ihnen neue Kollegen im Team des Weltenergierat – Deutschland vorzustellen! 

Roman Buss, Referent I Senior Manager

Roman Buss ist seit Anfang Mai 2022 neuer Referent in der Geschäftsstelle des Weltenergierat – Deutschland. Herr Buss wird als Senior Manager federführend für die Organisation des Energietags verantwortlich sein, die Ambassadors` Energy Talks mitorganisieren, die Wasserstoffaktivitäten der Geschäftsstelle verstärken sowie die Kommunikation und Pressearbeit des Weltenergierats weiterentwickeln.


Roman Buss studierte Politikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie an der Freien Universität Berlin und promovierte an der University of Salford / Greater Manchester. In seiner vorherigen Tätigkeit arbeitete er als Projektleiter Energy Policy bei der Renewables Academy (RENAC) in Berlin im Bereich Erneuerbare Energien und Wasserstoff in zahlreichen internationalen Training- und Capacity Building-Projekten – unter anderem für das Auswärtige Amt und die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Seit 2009 arbeitete er auch als Co-Autor in dem von der EU–Commission geförderten Projekt EurObserv’ER, welches regelmäßige Marktberichte über den Ausbau der erneuerbaren Energien in der EU27 veröffentlicht.

Herr Buss freut sich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen. Er ist unter den folgenden Kontaktdaten erreichbar: buss@weltenergierat.de, Telefon: (+49) 30 2028 1462.
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Patrick Schölermann, Senior Manager

Seit Anfang April verstärkt Patrick Schölermann die Geschäftsstelle des Weltenergierat – Deutschland und tritt damit die Nachfolge von Dr. Jann Keller an.

Herr Schölermann studierte Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (M.A.) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und verfasste seine Masterarbeit zur Zukunft des PKW-Verkehrs. Herr Schölermann ist derzeit als Konzerntrainee mit dem Schwerpunkt Produkt- und Vertriebsmanagement bei der EWE NETZ GmbH in Oldenburg beschäftigt und von dort an den Weltenergierat – Deutschland entsandt.

Wir heißen Herrn Schölermann herzlich willkommen im Team. Sie erreichen ihn wie folgt: 
schoelermann@weltenergierat.de, Telefon: (+49) 30 2028 1463.


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Paul Bachmann, Studentischer Mitarbeiter

Paul Bachmann ist seit Anfang Mai 2022 neuer studentischer Mitarbeiter in der Geschäftsstelle des Weltenergierat – Deutschland. Er studiert Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin. Im Rahmen seines Studiums setzte er sich bereits mit energiepolitischen Fragestellungen auseinander und freut sich nun auf seine ersten Schritte in der energiepolitischen Arbeitswelt.

Herr Bachmann ist unter der folgenden E-Mail-Adresse erreichbar: bachmann@weltenergierat.de.


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Zweiter Quarterly Members` Call
13. Mai 2022, virtuell

  • Exklusives Format für unsere Mitglieder
  • Update aus der Geschäftsstelle und dem Netzwerk
  • Preview Energy Pulse Survey
Beim zweiten Quarterly Members` Call des Jahres hat die Geschäftsstelle die Ergebnisse ihrer Arbeit aus dem ersten Quartal 2022 vorgestellt sowie die Gelegenheit genutzt, erneut mit den Mitgliedern zu verschiedenen Themen ins Gespräch zu kommen. Neben der Vorstellung unserer neuen Mitarbeiter Dr. Roman Buss und Patrick Schölermann hat sich mit der eFuel Alliance e.V. zudem ein neues Mitglied des Weltenergierat – Deutschland präsentiert. Darüber hinaus wurden vorab exklusiv die Ergebnisse des Energy Pulse Survey, der im April vom World Energy Council (WEC) durchgeführt wurde, vorgestellt und gemeinsam mit den Mitgliedern diskutiert. Weitere Themen im Call waren unter anderem ein Blick auf den diesjährigen Energietag, der am 27. September 2022 in Berlin stattfinden wird, das neue Insights Working Paper des WEC zu Wasserstoff  sowie ein Brainstorming zu möglichen zukünftigen Themenschwerpunkten der Geschäftsstelle.

Der dritte Quarterly Members` Call wird am 25. November stattfinden. Unsere Mitglieder werden hierzu eine gesonderte Einladung erhalten. 

Weltenergierat als Impulsgeber

Weltenergierat – Deutschland zu Besuch in der Botschaft der Republik Kolumbien
03. Mai 2022, Berlin

  • Kennenlerngespräch mit der Geschäftsträgerin a. i. Yadir Salazar Mejia und dem 1. Sekretär der Botschaft, David Alejandro Azula Uribe
  • Austausch zu den deutsch-kolumbianischen Beziehungen im Energiebereich mit Fokus auf Wasserstoff
  • Ausloten möglicher gemeinsamer Aktivitäten
Weltenergierat-Geschäftsführer Dr. Carsten Rolle und Geschäftsstellenreferent Dr. Roman Buss wurden am 03. Mai zu einem Austausch und Kennenlerngespräch mit der Geschäftsträgerin a. i. Yadir Salazar Mejia und dem 1. Sekretär der Botschaft, David Alejandro Azula Uribe, in die Botschaft Kolumbiens in Berlin geladen.

Neben der Vorstellung der jeweiligen Aktivitäten wurden Möglichkeiten eines vertieften Austauschs, vor allem im Bereich Wasserstoff, ausgelotet. Kolumbien verfügt über eine sehr gute Ressourcenausstattung und eine gut entwickelte Energieinfrastruktur. Im Gegensatz zu vielen anderen potenziellen H2-Exportländern, deckt das Land den eigenen Strombedarf bereits heute zu 70-80 % aus Wasserkraft weitgehend selbst und baut derzeit gleichzeitig umfangreiches Know-how zu Wasserstoff auf. Perspektivisch möchte sich Kolumbien in Lateinamerika als strategischer Partner und Lieferant grünen Wasserstoffs in die Europäische Union und nach Deutschland positionieren. Der Ausbau der Photovoltaik und Windenergie ist bereits in vollem Gange. Eine Offshore-Strategie Windenergie wurde jüngst ebenfalls vorgestellt. Eine maritime Hafeninfrastruktur solle mit Hilfe ausländischer Investoren aufgebaut werden. 

Bereits im September 2021 hatten führende deutsche und kolumbianische Unternehmen des Energiesektors mit Unterstützung des WEC Colombia und des kolumbianischen Wasserstoffverbandes, der deutschen Botschaft in Kolumbien und der kolumbianischen Botschaft in Deutschland in einer gemeinsamen Erklärung ihr Interesse an der Unterstützung der Wasserstoff-Roadmap Kolumbiens bekundet. Hier finden Sie eine gemeinsame Absichtserklärung beider Länder sowie die kolumbianische Hydrogen Roadmap.

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Dr. Carsten Rolle in der Sendung rbb24 Brandenburg aktuell 
12. Mai 2022

  • Dr. Carsten Rolle im Interview
  • Auswirkungen des potentiellen Gaslieferstopps auf Deutschland
Am 12. Mai wurde Weltenergierat-Geschäftsführer Dr. Carsten Rolle in der Sendung rbb24 Brandenburg aktuell zu den Folgen eines möglichen Gaslieferstopps für Deutschland interviewt. Herr Rolle bewertete die am Vortag durch die russische Regierung verhängten Sanktionen gegen 31 westliche Energiefirmen. Obwohl es unmittelbar noch nicht zu Liefereinschränkungen gekommen war, warnte Herr Rolle vor unberechenbaren Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft bei einem sofortigen Lieferstopp von russischem Erdgas. Der wirtschaftliche Einbruch wäre mit dem des Corona-Jahres 2020 oder der Finanzkrise 2009 vergleichbar, jedoch mit potenziell noch größeren sozialen Folgen.
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Weltenergierat @ E-world energy & water
22. Juni 2022, Essen 

  • Globale Trends der Energiewende
  • Infrastructure Forum, Halle 4
  • 10-12 Uhr
Der Weltenergierat – Deutschland wird in diesem Jahr erneut auf der E-world in Essen vertreten sein. Wir freuen uns auf eine interessante Veranstaltung am 22. Juni von 10:00 bis 12:00 Uhr und darauf, möglichst viele von Ihnen vor Ort zu begrüßen!

Unser Programm steht unter dem Motto „Globale Trends der Energiewende“ und lädt dazu ein, einen aktuellen Blick auf die Energiewende und ihre globale Umsetzung zu werfen sowie sich über neue technologische Lösungen zu informieren. Was sind globale Energiewende-Trends? Welche Themen stehen auf der internationalen Energieagenda und was sind energiepolitische Prioritäten von Entscheidungsträger:innen weltweit? Welche aktuellen Entwicklungen gibt es im Bereich Wasserstoff, Direct Air Capture (DAC), Digitalisierung und anderer relevanter Themen im Kontext einer nachhaltigen Energiezukunft? Inwieweit ist das aktuelle Umfeld günstig für Innovationen und Start-up-Initiativen? Wir freuen uns auf Diskussionen über die Zukunft der Energiewende mit Ihnen, unseren Expert:innen sowie Vertreter:innen verschiedener Start-ups.

Moderation:
Annkathrin Rabe, Mitglied im Vorstand, Young Energy Professionals, Weltenergierat – Deutschland

Impuls: "Global Trends of the Energy Transition"
Dr. Carsten Rolle, Geschäftsführer, Weltenergierat – Deutschland

5-Minute Pitches:
Dr. Amy Ruddock, VP Europe, Carbon Engineering
Céline Göhlich, Co-Gründerin, everyone energy
Siva Chennupati, Gründer und Geschäftsführer, SunPlower Propeller
Martin Baart, CEO, ecoligo 

Alle Informationen zu unserer Veranstaltung finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Für unsere Mitglieder halten wir ein Kontingent an kostenfreien Tagestickets bereit. Bei Interesse wenden Sie sich gerne an Claudia Coffey.

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Brainstorming zu kommenden H2-Aktivitäten der Geschäftsstelle
23. Juni 2022, virtuell

  • Einladung zum Call
  • Exklusiv für Mitglieder
Als Weltenergierat – Deutschland verfolgen wir seit geraumer Zeit die potenzielle Herausbildung eines globalen Markts für Wasserstoff (H2). Im Fokus stehen hier insbesondere die Verkündung nationaler Strategiepapiere zur H2-Nutzung und Produktion sowie die Entwicklung zwischenstaatlicher H2-Partnerschaften. Den aktuellen Zeitstrahl zu H2-Strategien, unsere Global Map zu H2-Aktivitäten sowie unsere Weltkarte zu H2-Partnerschaften können Sie in gewohnter Weise hier abrufen.

Gerne möchten wir unsere interessierten Mitglieder am 23. Juni von 10:30 bis 12:00 Uhr zu einem exklusiven Brainstorming zu den weiteren H2-Aktivitäten unserer Geschäftsstelle einladen. Zusammen mit Ihnen möchten wir diskutieren, wie wir sinnvoll an unsere früheren H2-Aktivitäten anknüpfen sowie als Weltenergierat einen Beitrag zur internationalen H2-Debatte leisten können. Bei Interesse an einer Teilnahme wenden Sie sich gerne an Maira Kusch.

Über die künftigen Aktivitäten des Weltenergierat im H2-Bereich werden wir Sie weiter regelmäßig auf dem Laufenden halten.

Aus dem globalen WEC-Netzwerk

World Energy Council veröffentlicht Energy Pulse Survey

  • Umfrage innerhalb des globalen Netzwerks des World Energy Council
  • Knapp 700 Antworten aus 87 Ländern
  • Europäische Energieversorgungskrise sowie Klimawandel im Zentrum der Aufmerksamkeit
Globale Erderwärmung, COVID-19-Pandemie und der Russland-Ukraine-Krieg. Die internationale Energiewelt wurde in jüngerer Vergangenheit von mehreren globalen Krisen erschüttert. Der World Energy Council führte im April 2022 innerhalb des Netzwerks deshalb eine Umfrage durch, um einerseits ein gemeinsames Verständnis für den aktuellen Zustand des weltweiten Energiesystems zu erhalten und andererseits Ansätze für eine schnelle, umweltverträgliche und gerechte globale Energiewende zu entwickeln. Fast 700 Entscheidungsträger:innen und Energieexpert:innen aus 87 Ländern antworteten.

Die kürzlich veröffentlichten Umfrageergebnisse ergaben, dass sowohl die Energieversorgungskrise in Europa als auch die globale Klimakrise weltweit im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Die Bedeutung der COVID-19-Pandemie hat in vielen Teilen der Welt abgenommen. Lediglich in Afrika und Asien wird sie noch als ein Hauptproblem angesehen. Über 80 % der weltweit Befragten meldeten direkte und / oder indirekte Auswirkungen der europäischen Energiesicherheitskrise auf die Energieversorgung ihrer Länder. Der gleiche Anteil erwartet, dass sich die Störungen langfristig oder dauerhaft auf die Energiemärkte auswirken werden.

86 % der Antwortenden sind sich nahezu einig, dass die Regierungen eingreifen müssen, um auf Preisschocks und die Auswirkungen der Krisen auf die Verbraucher zu reagieren. Investitionen in die Diversifizierung des Energiemixes sowie die Steigerung der Energieeffizienz werden als besonders wichtig angesehen, um die Energieversorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit von Energie zu verbessern. In Europa und Asien sind zudem die Wiederbelebung der Kohle- und Kernkrafterzeugung ein wichtiges Thema. Hinsichtlich der Frage, ob wir künftig mehr oder weniger internationale Kooperation sehen werden, gehen weniger als ein Viertel der Befragten von einer fortgesetzten Globalisierung aus. Die meisten erwarten hingegen eine bipolare bzw. stärker fragmentierte Welt sowie eine Rückbesinnung auf lokale oder regionale Maßnahmen zur Bewältigung der Krisen.

Die vollständigen Ergebnisse des Energy Pulse Survey finden Sie hier.
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World Energy Council veröffentlicht Insights Working Paper zu Wasserstoff

  • Fokus auf den Markthochlauf von Wasserstoff in unterschiedlichen Weltregionen
  • Ausblick auf die potenzielle Entwicklung globaler Wasserstoffwertschöpfungsketten innerhalb des globalen Netzwerks des World Energy Council
Am 23. Mai veröffentlichte der World Energy Council sein neuestes World Energy Insights Working Paper zum Thema „Regional Insights Into Low-Carbon Hydrogen Scale Up“, das in Kooperation mit Electric Power Research Institute (EPRI) und PwC erstellt wurde. Dieses betrachtet die regional unterschiedlichen Dynamiken beim Markthochlauf für CO2-armen Wasserstoff (fossiler Wasserstoff mit CO2-Abscheidung und -Speicherung sowie erneuerbarer Elektrolyse-Wasserstoff). Für die Regionen Afrika, Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, den Nahen Osten und Nordafrika beleuchtet das Papier die erwartete künftige Nachfrage nach Wasserstoff und seinen Derivaten, Produktionsquellen, Transport- und Speichermöglichkeiten, die Entwicklung von Wertschöpfungskosten sowie Optionen für den Markthochlauf. 

Das Working Paper kann unter folgendem Link abgerufen werden.
Die Executive Summary finden Sie hier.
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Maira Kusch bei Standing Committee-Treffen des World Energy Council 
24. Mai 2022, London 

  • Hybride Sitzungen des World Energy Council in London:
  • Communication and Strategy Committee
  • Programme Committee
  • Studies Committee
  • Diskussionen über die strategische und programmatische (Neu-)Ausrichtung des WEC
Die Büroleiterin des Weltenergierat – Deutschland, Maira Kusch, nahm am 24. Mai an den Standing Committee-Sitzungen des World Energy Council (WEC) in London teil. Der WEC wird 2023 seinen 100. Geburtstag feiern. Als Gründungsmitglied blickt der Weltenergierat zurück auf 100 ereignisreiche, spannende und mitunter turbulente Jahre, in denen er als Teil des größten Energienetzwerkes der Welt die Entwicklungen der (inter-)nationalen Energiewelt beobachtet und aktiv begleitet hat. Zusammen mit der Generalsekretärin des WEC, Dr. Angela Wilkinson, und Kolleg:innen aus der ganzen Welt diskutierte Maira Kusch aktuelle Entwicklungen im Energiesektor, die Rolle des WEC in den nächsten 100 Jahren, den Weg in die Zukunft sowie weitere strategische und programmatische Fragen. 

3 Fragen an: Ralf Diemer, Geschäftsführer, eFuel Alliance e.V.
Wir wollen unserem Netzwerk "ein Gesicht geben"! In dieser Rubrik porträtieren wir jeden Monat eine Persönlichkeit aus den Reihen unserer Mitglieder und Partner: 
Ralf Diemer ist Geschäftsführer der eFuel Alliance e.V. an den Standorten Berlin und Brüssel. Während seines Jurastudiums in Tübingen arbeitete er im Landtag Baden-Württemberg und im Europäischen Parlament.

Danach startete er seine berufliche Laufbahn in Berlin als Büroleiter im Deutschen Bundestag. Nach seinem Wechsel zum Verband der Automobilindustrie leitete er dort zehn Jahre das Brüsseler Büro und anschließend in Berlin die Abteilung für Wirtschafts-, Handels- und Klimaschutzpolitik.

Er begleitete zahlreiche Gesetzgebungsprozesse auf nationaler und europäischer Ebene, mit Schwerpunkten in den Bereichen Klima-, Umwelt- und Handelspolitik. Politisches Interesse und Engagement in der Politik sind für ihn schon immer von zentraler Bedeutung. Ralf Diemer ist Direktor der von Beust & Coll. Beratungsgesellschaft.

Als Geschäftsführer der eFuel Alliance setzt sich Ralf Diemer für die industrielle Produktion von synthetischen Kraftstoffen aus erneuerbaren Energien ein. Mit ihren über 170 Mitgliedern repräsentiert die eFuel Alliance die gesamte Wertschöpfungskette der eFuel-Produktion: von innovativen Start-ups wie Synhelion über den Maschinenbau wie Siemens Energy, Zulieferer wie Bosch, Autohersteller wie Mazda, der Mineralölindustrie wie Neste bis hin zu Anwendungssektoren wie Iveco oder Liebherr sowie Verbraucherorganisationen wie dem ADAC. Ziele der Initiative sind die Anerkennung von eFuels als wesentlicher Baustein einer europäischen technologieoffenen Klimaschutzpolitik. Auf europäischer Ebene setzt sich die Allianz für Rahmenbedingungen ein, die einen Markthochlauf von eFuels ermöglichen. 
Frei nach dem WEC-„Issues Monitor“: Was hält Sie als Entscheider der Energiewirtschaft aktuell nachts wach? 
Wir müssen bei der Reduktion von CO2-Emissionen schneller vorankommen und gleichzeitig stellen wir gerade fest, dass wir unsere Energieversorgung resilienter machen müssen. Jetzt werden die Weichen gestellt, um Klimaziele und sichere, diverse Energieversorgung zu erreichen. Riesige Aufgaben stehen da vor uns, denn der Markthochlauf einer industrialisierten Produktion von Wasserstoff und eFuels wird nur möglich, wenn die politischen Rahmenbedingungen in Brüssel dafür jetzt geschaffen werden. Nur wenn die EU ein Zielmarkt für im globalen Maßstab hergestellte eFuels wird, werden wir am Ende davon profitieren. Damit können Industrieanwendungen verwirklicht werden, oder alles, was mit einem Verbrennungsmotor angetrieben wird, also zum Beispiel Straßen- und OffRoadfahrzeuge, Heizungen, Schiffe und Flugzeuge, langfristig klimaneutral betrieben werden. 

Welche Innovation im Energie- und Klimabereich wünschen Sie sich für die Zukunft? 
Ich wünsche mir auf politischer Ebene eine breite und vor allem technologieoffene Diskussion darüber, wie fossile Brennstoffe möglichst schnell ersetzt werden können. Die derzeitigen Regelungen sehen eine einseitige Förderung der Elektromobilität vor, erneuerbare Kraftstoffe finden bislang eine zu geringe Berücksichtigung. Das ist für mich unverständlich, denn synthetische Kraftstoffe könnten zusätzlich zur eMobilität eine Alternative zu fossilen Kraftstoffen bieten und zur Dekarbonisierung des Mobilitäts-und Industriesektors beitragen. Technologieverbote bringen uns nicht weiter, denn wenn die Verbrennungsmotoren mit eFuels klimaneutral betrieben werden können, dann sollte der Gesetzgeber das fördern und nicht verhindern. Ausschließlich auf direktelektrische Anwendungen zu setzen, halte ich für einen großen Fehler, denn es gibt viele Felder, wo diese nicht ausreichen oder nicht möglich sind. 

Welchen Mehrwert ziehen Sie persönlich aus Ihrer Mitgliedschaft im Weltenergierat?
eFuels werden nur erfolgreich sein, wenn sie im globalen Maßstab dort produziert werden, wo die Bedingungen dafür am günstigsten sind. Deshalb ist es für uns nur folgerichtig, sich weltweit zu vernetzen und mit allen Entscheidern der Energiewirtschaft im Austausch über die besten Lösungen für eine nachhaltige Energieversorgung zu sein. Mit dem Beitritt zum Weltenergierat – Deutschland ist die eFuel Alliance Teil des größten energieübergreifenden Netzwerkes der Energiewirtschaft, das in 90 Staaten weltweit aktiv ist. Wenn wir mit nationalen und internationalen Energieunternehmen zusammenarbeiten, kommen wir unserem Ziel ein Stück näher, synthetische Kraftstoffe als Alternative zu fossilen Brennstoffen weltweit bekannt zu machen und zu etablieren. eFuels werden mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Energien, Wasser und CO2 aus der Luft hergestellt und setzen damit im Gegensatz zu herkömmlichen Kraft- und Brennstoffen kein zusätzliches CO2 frei, sind also hervorragend geeignet, die CO2-Emissionen entscheidend und kostengünstig zu reduzieren – bis hin zur Klimaneutralität. Ein starkes Argument, sich in die Debatte um das Energiesystem der Zukunft mit einzubringen und mit zu gestalten. 

Grafik des Monats: Potenzielle Import- und Exportdynamiken für H2 im Jahr 2040 
Das neue World Energy Insights Working Papier „Regional Insights Into Low-Carbon Hydrogen Scale Up“ von World Energy Council, EPRI und PwC geht davon aus, dass sich bis zur Jahrhunderthälfte erhebliche globale Handelsströme für Wasserstoff und seine Derivate entwickeln werden. Es hat hierzu eine Weltkarte zu potenziellen Import- und Exportdynamiken für Wasserstoff und seine Derivate im Jahr 2040 entwickelt, die nach fünf Länderkategorien unterscheidet: stark exportorientiert, leicht exportorientiert, neutral (Selbstversorger), leicht importorientiert und stark importorientiert. Darüber hinaus zeigt die Karte die wichtigsten Export- und Importzentren 2040 mit den dazugehörigen Handelsrouten und der Klassifizierung der gehandelten Ware.

Das Working Paper kann unter folgendem Link abgerufen werden.

Termine
WEC Central & Eastern Europe Energy Forum - FOREN 2022
13.-15. Juni 2022, Costinești / Rumänien

E-world Energy & Water 2022
22. Juni 2022, Essen

Veröffentlichung "Energie für Deutschland" 
29. Juni 2022, Berlin

Expert Talks on Energy Market Developments and Geopolitics
01.-02. September 2022, Berlin

Baltic Sea Roundtable
12. September 2022, Berlin

Präsidiumssitzung 
26. September 2022, Berlin

Energietag und Mitgliederversammlung 2022
27. September 2022, Berlin


World Energy Outlook
November 2022, Berlin

Ambassadors` Energy Talk
November 2022

Präsidialausschusssitzung
24. November 2022, Berlin

Quarterly Members` Call III
25. November 2022




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