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Sehr geehrte Damen und Herren,

Deutschland und Österreich sind eng miteinander „verfreundet“, getrennt allein durch die gemeinsame Sprache – es gibt zahllose Bonmots, die das besondere Verhältnis der beiden Länder zueinander trefflich beschreiben. Und bei aller Ähnlichkeit kommen im Dialog dann doch auch Unterschiede heraus, wie Themen diskutiert werden und welche Politikinstrumente Anregung geben, übernommen zu werden. Beim Botschafterdialog unserer österreichischen Weltenergieratskollegen in Wien zu den Herausforderungen der energiewirtschaftlichen Transformation für die Industrie wurde mir das unlängst wieder deutlich. 

Auch wir haben in einem Botschafterdialog jüngst Exzellenzen aus Australien, Japan, Indonesien und Südkorea zusammengeführt, um über Kooperationspotenziale zu sprechen, insbesondere beim Thema Wasserstoff. Denn neue Partner werden in geopolitisch herausfordernden Zeiten immer wichtiger und in der pazifischen Region arbeiten diese Länder bereits eng zusammen und wollen die Arbeit vertiefen.  

Neben solchen zarten positiven Ansätzen dominiert die bislang größte weltweite Energiekrise weiter das Geschehen. Die vier hervorragenden Expertinnen und Experten unseres letzten Webinars zu den Folgen der Sperrung der Straße von Hormus waren sich erschreckenderweise in dem Punkt einig, dass die Krise in Europa bislang eher noch unter- als überschätzt wird. Sie wird auf den (Öl-)Produktmärkten auch nach einer erhofften Öffnung der Schiffswege noch viele Wochen anhalten; zudem können auch physische Engpässe nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Das betrifft nicht nur Kerosin, sondern könnte perspektivisch auch noch auf die Gasversorgung überspringen.
Kurz: Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. In Österreich ist das übrigens üblicherweise umgekehrt, wie unser deutscher Botschafter in Wien noch launig bemerkte.

Ihr
Carsten Rolle
Geschäftsführer, Weltenergierat – Deutschland
In dieser Ausgabe
Neues aus der Geschäftsstelle

Willkommen im Team: 
Anne Petzold, Senior Managerin

Seit Anfang April 2026 bis voraussichtlich März 2027 unterstützt Anne Petzold das Team des Weltenergierat – Deutschland in der Geschäftsstelle.
 
Anne Petzold studierte Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften an der Martin-Luther-Universität in Halle an der Saale und Politikwissenschaft an der Universität in Leipzig.

Berufliche Erfahrungen sammelte sie bei der VNG AG in den Bereichen der Unternehmenskommunikation, der Vorstandskommunikation und SAP-Betreuung sowie in der Abteilung Politik und Markt als politische Stakeholdermanagerin für die Transformationsprojekte der VNG AG mit Fokus auf politische Kommunikation in den ostdeutschen Bundesländern. Ihr Themenschwerpunkt liegt dabei beim Thema Wasserstoff(regulatorik).

Wir heißen Anne Petzold herzlich willkommen im Team. Sie erreichen sie wie folgt: petzold@weltenergierat.de, Telefon: (+49) 30 2028 1715

Weltenergierat als Impulsgeber

Rückblick: Ambassadors' Energy Talk 2026
16. April 2026, Berlin

  • Veranstaltungsreihe von BDEW und Weltenergierat – Deutschland
  • In Kooperation mit der australischen Botschaft
  • Mit weiteren Botschafter:innen aus Japan, der Republik Indonesien und der Republik Korea
  • Thema: Bridging Continents with Hydrogen: Opportunities, Strategies and Realities
Am 16. April 2026 fand der 8. Ambassadors’ Energy Talk in der Botschaft von Australien in Berlin statt. Die Veranstaltung, organisiert vom Weltenergierat – Deutschland, dem BDEW – Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft und der Botschaft von Australien, brachte Expert:innen zusammen, um die Rolle Ozeaniens und Südostasiens in der globalen Wasserstoff- und Erneuerbare-Energien-Wirtschaft zu diskutieren.

Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Alle beteiligten Länder (Australien, Indonesien, Japan und Südkorea) setzen ihre Wasserstoffambitionen bereits in konkrete Projekte und internationale Kooperationen um. Die Zusammenführung unterschiedlicher regionaler Perspektiven, Stärken und Erfahrungen ist dabei entscheidend, um eine gemeinsame globale Wasserstoffgeschichte zu entwickeln.

Es bestand ein breiter Konsens darüber, dass Wasserstoff ein Schlüsselfaktor für das Erreichen der Klimaziele ist. Gleichzeitig bleibe noch viel zu tun: Nachfrage müsse aufgebaut, Standards harmonisiert, praxisnahe Regulierungsrahmen geschaffen und – zumindest übergangsweise – die Kostenlücke zwischen konventionellen Energieträgern und erneuerbaren Lösungen überbrückt werden.

Ergänzt wurde die Diskussion durch eine Keynote von Hanna Schumacher, Unterabteilungsleiterin für Wasserstoff- und Gasinfrastruktur, Mineralölkrisenvorsorge im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), die eine spannende politische Einordnung des Themas vornahm. Wertvolle Einblicke aus der Praxis lieferten Experten von Hysata Pty LtD und Mitsubishi Heavy Industries EMEA, Ltd., Dusseldorf Branch zu Technologie und Umsetzung.

Ein herzlicher Dank gilt dem BDEW für die erneute hervorragende Zusammenarbeit in diesem Format, das einen offenen und ehrlichen Dialog zwischen Politik, Industrie und internationalen Partnern ermöglicht, sowie I. E. Frau Natasha Smith und der Australischen Botschaft als Gastgeberin der Veranstaltung.
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Rückblick: Webinar „Strait of Hormuz Part II”
28. April 2026, virtuell

  • zweites Webinar zur aktuellen Lage in Iran und weltweit
  • Besonders sichtbare Stresssignale bei Jet Fuel/Kerosin
  • Keine schnelle Normalisierung der Lieferströme im LNG-/Gasmarkt erwartbar
  • Primär Preis- und weniger Mengenkrise
Gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) veranstaltete der Werltenergierat – Deutschland ein weiteres Webinar zur aktuellen Lage an der Straße von Hormus und deren Auswirkungen auf Energiemärkte, Logistik und globale Lieferketten und markoäkonomische Effekte.

Zentrale Erkenntnisse sind:
  • Weiterhin sehr instabile Situation ohne absehbare kurzfristige Lösung, mit hoher Unsicherheit hinsichtlich der U.S.-Position und fortdauernden Versorgungsrisiken, deren Auswirkungen auf Europa unterschätzt werden.
  • Die Ölmärkte preisen Knappheit ein, diese Einschätzung wird jedoch durch geringe Transparenz erschwert; langwieriger Wiederaufbau von Produktion und Infrastruktur sowie zunehmende Stresssignale bei Kerosin mit drohenden Engpässen ab Juni 2026 führen bereits zu Anpassungen wie zusätzlichen Ersatzimporten.
  • Auch bei einer kurzfristigen Wiederöffnung der Meerenge wird keine rasche Normalisierung der Gas- und LNG-Lieferströme erwartet; Europa steht unter physischem Versorgungsstress, kann Ausfälle bislang kompensieren, muss jedoch mit zeitverzögerten Engpässen, hohen Preisen und einer besonders schwierigen sowie teuren Gasbeschaffung für den kommenden Winter rechnen, da die Konkurrenz um LNG – insbesondere mit Asien – deutlich zunimmt.
  • Die makroökonomischen Effekte werden vor allem als preisgetriebener Energieschock eingeschätzt, dessen Auswirkungen stark von Dauer und Höhe abhängen; Deutschland ist stärker betroffen als andere Länder, mit bereits deutlich reduzierten Wachstumsprognosen, Belastungen für die energieintensive Industrie und ersten Effekten im Dienstleistungssektor, während höhere Energiepreise die Inflation weiter antreiben (trotz relativer Robustheit fiskalnaher Bereiche).
  • Übergreifend zeigte sich eine gemeinsame Linie: Maßnahmen sollten zielgerichtet, befristet und verhältnismäßig sein; zugleich bleibe die Beschleunigung der Energiewende zentral, um Abhängigkeiten von geopolitisch verwundbaren Routen zu reduzieren.
Es diskutierten Prof. Andreas Christian Goldthau, Direktor der Willy Brandt School of Public Policy und Franz Haniel Professor für Public Policy an der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt, Felix Hüfner, Senior European Economist/Chief German Economist, UBS Europe SE, Dr. Tatiana Mitrova, Research Fellow, Center on Global Energy Policy, Columbia University, und Toril Bosoni, Head of the Oil Industry and Markets Division, Internationale Energieagentur (IEA). Moderiert wurde das Webinar von Weltenergierat-Geschäftsführer Dr. Carsten Rolle.

Das Webinar wurde aufgezeichnet und steht hier zur Verfügung. 
Neues von den Young Energy Professionals (YEPs)

Neue Folge des Young Energy Podcast
31. März 2026, virtuell

  • Thema: Energiewende unter Höchstspannung – Flexibilität, Digitalisierung und Stabilität im Übertragungsnetz
  • Live-Folge aufgenommen auf der E-world 2026
In dieser Folge des Young Energy Podcasts beleuchten die Podcast-Hosts Daria Ekimova und Milan Niehaus die Zukunft der Netzführung dort, wo sie besonders herausfordernd wird: Zunehmende Volatilität, Engpassmanagement und steigende Redispatch-Kosten sowie wachsende Komplexität in Betrieb und Planung. KI-gestützte Prognosen und digitale Zwillinge sind dabei nicht nur Schlagworte, sondern echte Werkzeuge im Alltag der Energiewende.

Welche Auswirkungen haben die gegenwärtigen Entwicklungen auf einen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB)? Wie wichtig ist die Zusammenarbeit der europäischen ÜNB innerhalb ihres Verbandes ENTSO-E? Und welche Bedeutung kommt internationalen Plattformen für die Gewährleistung eines stabilen und resilienten europäischen Stromnetzes zu? Diesen und weiteren Fragen wird gemeinsam mit dem Gast Dr. Hendrik Neumann, CTO beim Übertragungsnetzbetreiber Amprion GmbH, näher auf den Grund gegangen.

Jetzt reinhören. Hier geht es zur neuen Folge.

Der Young Energy Podcast ist ein ehrenamtlicher Podcast der Young Energy Professionals. Sie haben Interesse daran, selbst Gast unseres Podcasts zu sein? Dann schreiben Sie gerne eine E-Mail an: podcast@weltenergierat.de
3 Fragen an: Dr Agustín Delgado Martín, Chair Europe, World Energy Council
Wir wollen unserem Netzwerk „ein Gesicht geben"! In dieser Rubrik porträtieren wir jeden Monat eine Persönlichkeit aus den Reihen unserer Mitglieder, Partner und dem WEC-Netzwerk:

Augustín Delgado Martín is Chair Europe at the board of the World Energy Council, where he oversees the European Regional Network and its activtites. 

In addition to his role at the WEC, he serves as Chief Technology Officer  (CTO) of the Iberdrola Group, leading the PERSEO venture programme, Iberdrola Innovation Middle East, Iberdrola new AI program, and partnerships with leading universities. He chairs CEX Capital and serves on the boards of the Iberdrola bp Pulse joint venture and Carbon2Nature. He contributes to international bodies including the World Economic Forum. As an industrial engineer (ICAI, UNED PhD), he completed executive programmes at IESE and IMD. Previously he held roles in rail and energy firms, served on the boards of Siemens Gamesa and Avangrid, and advised Spain’s NEOTEC (Spanish Venture Capital Investment) Program.

1. Referring to the main question of the World Energy Council’s "Issues Monitor": What keeps you awake at night as a decision-maker in the energy sector?
Resilience. Europe is now operating under compounding pressure and multiple crises –fossil fuel market shocks, geopolitical fragmentation, climate extremes and cyber risks –, so the question is not what we can build, but what the system can connect and run reliably at pace. This puts developing local and clean energy, and the delivery spine – digital grids, flexibility and anticipatory planning – at the centre, with permitting and social licence still throttling throughput. The April 2025 Iberian blackout underscored the need for stronger system operation, and new assets, such as voltage support and long duration storage. Affordability is a resilience input: we must double down on home grown energy –renewables, and where appropriate, nuclear – while reinforcing cross border coordination.

2. Which innovations in the energy and climate sector would you like to see in the future?
Most of the energy transition can be delivered with technologies we already have; the innovations should also manly focus on accelerating uptake and system enablement. I’d prioritise: First, AI enabled grid planning and operations to unlock latent capacity; Second, mass electrification of transport, heat and industry to integrate more renewables faster; Third, long duration storage and system operation to firm high RES systems and reduce curtailment; and fourth faster, anticipatory planning and permitting that align network build, new demand and renewable pipelines with energy targets.

3. What added value do you personally gain from your connection to the World Energy Council?
WEC provides three concrete benefits. First, trusted cross regional intelligence: the Issues Monitor, the Trilemma report and other activities pinpoint rising uncertainties and real delivery bottlenecks – vital for sequencing investment and policy.  Second, a neutral forum that converts insight into action, brokering partnerships on interconnection, system resilience and diversified supply chains. Third, a comparative lens that tests assumptions and visions across regions, shortening learning cycles and improving decision quality. In combination – signal, coalition and calibration – this helps translate strategy into bankable projects faster and with stronger legitimacy. 

At the 27th World Energy Congress in April 2027 in Riyadh, we will be able to deliver clear signals, forge real coalitions, and apply rigorous calibration – turning shared insight into credible action at pace.
Grafik des Monats: World Energy Issues Monitor 2026
Der World Energy Issues Monitor 2026 ist veröffentlicht. Die Ergebnisse basieren auf den Einschätzungen von rund 2.750 Energieexpert:innen aus über 110 Ländern und zeigen zentrale Unsicherheiten sowie prioritäre Handlungsfelder der Energiewirtschaft auf.
Für Deutschland wird deutlich, dass Energiepolitik zunehmend als Sicherheitsfrage verstanden wird. Die hohe Importabhängigkeit verstärkt die wirtschaftliche Wirkung geopolitischer Risiken. Gleichzeitig verliert das Thema Bezahlbarkeit an Gewicht, da höhere Kosten für Resilienz, Diversifizierung, Netze und Speicher zunehmend eingeplant werden.
Der Fokus verschiebt sich von Zieldefinitionen hin zur praktischen Umsetzung. Der Ausbau von Infrastruktur, Stromnetzen, Speichern, Flexibilität und wirtschaftlicher Sicherheit wird als besonders wirkungsstark eingeschätzt. Als spezifische Priorität für Deutschland werden saubere Moleküle, insbesondere Wasserstoff, genannt, um schwer elektrifizierbare Sektoren zu dekarbonisieren.

Den ausführlichen Report zu den deutschen Ergebnissen finden Sie unter folgendem Link. Die Auswertungen der globalen Ergebnisse sowie der Ergebnisse für Europa sind ebenfalls auf unserer Webseite verfügbar.

Termine
Colombian German Hydrogen Partnership: Delegation to Germany 
04.-08. Mai 2026, Berlin und Hamburg

I. Präsidialausschusssitzung 2026
07. Mai 2026, Berlin

Webinar „Energy in Transition – Global Trends and Perspectives”
30. Juni 2026, virtuell

Launch „Energie für Deutschland 2026”
08. September 2026, virtuell

II. Members' Call 2026
11. September 2026, virtuell
II. Präsidialausschusssitzung 2026
04. November 2026, Berlin

Präsidiumssitzung 2026

08. Dezember 2026, Berlin

Energietag 2026
09. Dezember 2026, Berlin

Mitgliederversammlung 2026
09. Dezember 2026, Berlin

27. World Energy Congress
26.-29. April 2027, Riad, Saudi-Arabien
 

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Wenn Sie diese E-Mail (an: petzold@weltenergierat.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

 

Weltenergierat - Deutschland e.V.
Gertraudenstraße 20
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